Lanternen

Gaslaternen und Gaslampen stellen wir fast schon genauso lange her wie Campingkocher. Obwohl beide Produkte mit Verbrennungstechnologie arbeiten, erfüllen sie unterschiedliche Zwecke. Die Hauptaufgabe von Laternen und Lampen ist das Erzeugen von Licht. Aber der eigentliche Dreh- und Angelpunkt von Gasleuchten ist nicht die Gasflamme, sondern der Glühstrumpf, ohne den keine Gaslampe funktioniert. Mit der richtigen Handhabung und ein bisschen Hintergrundwissen über die Beschaffenheit des Glühstrumpfs sind Gaslaternen tolle und zuverlässige Begleiter auf Trekkingtouren und anderen Outdoor-Abenteuern.

 

Jede Gaslaterne benötigt einen Glühstrumpf. Der Glühstrumpf ist das Herzstück der Lampe. Eine Gasflamme alleine leuchtet nicht besonders stark. Um eine anständige Lichtquelle zu bekommen, bedarf es also eines Katalysators, sozusagen eines Lichtverstärkers. Da kommen Oxide ins Spiel. Diese Oxide entstehen bei der Verbrennung spezieller Salze, mit denen die Oberfläche des Glühstrumpfs präpariert ist. Je nachdem, um was für eine Art Salz es sich handelt, gibt die Flamme ein kälteres („weißes”) oder wärmeres („gelbes”) Licht. Zündet man den Glühstrumpf an, verbrennt er und hinterlässt ein Gebilde aus Salzkristallen.

Beim erstmaligen Gebrauch und beim Wechseln des Glühstrumpfs sollte man folgendermaßen vorgehen:

1.

Als erstes muss der Glas- oder Stahlzylinder der Gaslaterne abgenommen werden. Dann setzt man den passendem Glühstrumpf über den Brenner: Mit der großen Öffnung stülpt man den Glühstrumpf so weit über den Brenner, dass der perforierte Teil des Brenners komplett verdeckt ist. Die kleine Öffnung sollte nur auf der Brennerspitze liegen.

2.

Sitzt der Glühstrumpf in der richtigen Position, muss kontrolliert werden, ob das Ventil richtig geschlossen ist. Falls dies nicht der Fall ist, kann Gas austreten und es können sich Flammen bilden. Ist das Gas sicher ausgeschaltet, wird der Glühstrumpf vorsichtig von Hand angezündet.

   

 3.

Den Glühstrumpf einige Sekunden brennen lassen, bis nur noch ein weißes „Skelett“ aus Salzkristallen übrig ist. Dabei bildet sich eine kleine Flamme und etwas Rauch. Dieser Vorgang sollte also nur im Freien oder in gut durchlüfteten Räumen durchgeführt werden. Nun kann das Gasventil geöffnet und die Laterne angezündet werden.

 4.

Jetzt sollte die Leuchte kurz auf höchster Stufe betrieben werden, damit sich das Salzgebilde „stabilisiert“. Nach ca. 30 Sekunden kann man die Flamme auf die gewünschte Helligkeit regulieren.

Genau wie bei Gaskochern erzielt man den besten Wirkungsgrad mit einem halb bis dreiviertel geöffneten Ventil. Jetzt muss nur noch der Glas- bzw. Stahlzylinder wieder aufgesetzt werden und schon kann die Laterne benutzt werden!

Der Betrieb von Gaslaternen ist nur in gut belüfteten Bereichen gestattet, in geschlossenen Räumen sind Gaslaternen verboten. Die Verwendung von Gaslaternen in Zelten kann extrem gefährlich sein und birgt ein hohes Gefahrenpotential. Es sollte also nur in absoluten Notfällen und mit den erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen erwogen werden: Es ist darauf zu achten, dass das Zelt gut belüftet ist und dass jemand die Laterne die ganze Zeit über im Blick hat. Eine Gaslaterne unbeobachtet zu lassen, kann lebensgefährlich werden.

Primus