Sven Hedin-Projekt

Foto: Adrian Nordenborg

Lars Larsson, Expeditionsleiter für das Sven-Hedin-Projekt, erzählt von seiner Expedition in den Iran, die Teil eines größeren Projekts, einer Reihe von Expeditionen in Asien auf den Spuren von Sven Hedin, ist.

„Auf dieser über 2.000 km langen Tour durch die ostpersische Wüste, auf der gleichen Route, die Sven Hedin im Jahre 1906 zurücklegte, hatten wir die Gelegenheit, die Landschaft und Kultur des Irans zu beobachten, zu dokumentieren und zu vergleichen, wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte verändert haben. Es war eine erstaunliche Erfahrung, durch ein Land mit solch einer reichen Geschichte zu reisen, und die Menschen, die wir unterwegs getroffen haben, bescherten uns wahrscheinlich die denkwürdigsten Momente. Der Iran ist ein Land voller Kontraste, und es war unglaublich faszinierend, all dies zu erleben – von schneebedeckten Bergen, über feurige Wüsten und üppige Oasen bis hin zu sterilen Wüsten. Wir hatten auch die Möglichkeit, den wohlhabenden Stadtteil im Norden von Teheran zu sehen und der extremen Armut in den ländlichen Gebieten des östlichen Irans zu begegnen.“

Wie lange haben Sie mit der Planung der Reise verbracht und wie lange waren Sie unterwegs?
Die ursprüngliche Idee für mein Sven-Hedin-Projekt wurde vor sechs Jahren geboren, und die ersten Pläne für die Iran-Expedition begannen vor etwa drei Jahren Form anzunehmen und verfestigten sich im letzten Jahr vor der Abreise. Die Expedition im Iran dauerte sechs Wochen.

Was war das Wichtigste, das vor der Abreise geplant werden musste?
In unserem Fall war die wichtigste Aufgabe, während der Expedition die Kamerapositionen zu lokalisieren, die Hedin für seine Fotografien eingesetzt hat. Ziel war es, diese zu finden und neue Bilder von der exakt gleichen Stelle aufzunehmen, um sie mit den historischen Bildern zu vergleichen und so Veränderungen zu identifizieren. Daher war es sehr wichtig, den Überblick über die möglichen Kamerapositionen zu behalten und festzustellen, wo ungefähr sie sich befanden.

Hätten Sie mit Ihrem jetzigen Wissen irgendetwas anders geplant?
Am meisten hatten wir damit zu kämpfen, die Balance zu halten zwischen dem Versuch, der Route Hedins so genau wie möglich zu folgen und damit, zeitsparende Abkürzungen zu nehmen, die es uns ermöglichen würden, mehr Zeit in wichtigen Gegenden zu verbringen. Im Nachhinein hätten wir unsere Anstrengungen auf einige wenige Standorte konzentrieren und die weniger interessanten Streckenabschnitte überspringen können.

Jeder in Ihrem Team scheint ein erfahrener Tourguide oder ähnliches zu sein. Würden Sie sagen, dass dies für eine Expedition wie die Ihre notwendig ist?
Es ist absolut nicht notwendig, dass jeder in der Gruppe erfahren ist, aber es ist natürlich von großem Vorteil, wenn zumindest einer dabei ist. Unsere iranischen Team-Mitglieder waren Experten im Offroad-Fahren in der Wüste, und ohne sie wäre es undenkbar gewesen, die zentrale Salzwüste des Irans zu durchqueren. Auch das Besteigen des Mount Damavand ist nichts, was wir ohne Bergerfahrung hätten tun können. Den Rest der Reise jedoch hätte jeder abenteuerlustige Reisende problemlos gemeistert.

Foto: Adrian Nordenborg. Gruppen i deras högsta läger på berget Damavand. Från vänster: Johannes Widerström, Stefan Pettersson, Lars Larsson, Adrian Nordenborg, Mehrdad Ghazvinian, Babak Ghazvinian, Daniel Warberg.

Was sind Ihre wichtigsten Tipps für jemanden, der etwas Vergleichbares wie das Sven-Hedin-Projekt machen will?
Holen Sie sich einen guten Dolmetscher und einen guten Fahrer, wenn Sie abseits ausgetretener Pfade reisen wollen. Versuchen Sie auch, zumindest die einfachsten Sätze auf Persisch zu lernen, oft genug reichen ein paar Worte, um Kontakt mit den Einheimischen aufzunehmen.

Was war der beste Teil der Reise?
Der Höhepunkt war, als wir in der malerischen Wüstenoase Naibend waren und durch Zufall zum Tee in das gleiche Haus eingeladen wurden, das Hedin 107 Jahre zuvor fotografiert hatte. Im Haus hatten wir die Möglichkeit, mit fünf iranischen Frauen unterschiedlichen Alters zu sprechen, was ein großes Glück war, da wir bis dahin während der ganzen Reise praktisch keine Frauen getroffen hatten.

Was war das Schlimmste?
Das Schlimmste an der Reise war, dass wir permanent Angst haben mussten, mit dem iranischen Regime in Konflikt zu kommen. Während eines einzigen Tages gegen Ende unserer Reise wurden wir insgesamt acht Mal von der Polizei und den Nachrichtendiensten gestoppt.

Was haben Sie gedacht, wenn Dinge nicht so liefen wie geplant, und wie haben Sie die Probleme gelöst?
Eine Sache, die nicht so lief wie geplant, war, dass wir ursprünglich versuchen wollten, die iranische Salzwüste mit Kamelen zu durchqueren. Leider stellte sich heraus, dass fast niemand mehr Kamele als Reit- oder Transporttiere verwendet. Die einzige Person, die dressierte Kamele mit Sätteln hatte, weigerte sich, sie uns zu überlassen und behauptete, es sei unmöglich. Wir verbrachten ein paar Tage auf der Suche nach anderen großen Kamelbesitzern in der Gegend, die uns Kamele vermieten würden, aber keiner von ihnen hatte die nötige Erfahrung oder Ausrüstung. Es war ein schwieriges Dilemma, aber wir trafen letztlich die richtige Entscheidung im Hinblick auf die Sicherheit der Tiere und entschieden uns gegen eine Wüstendurchquerung mit dem Kamel. Stattdessen nahmen wir Autos, was auch keine leichte Aufgabe darstellte, aber am Ende war es sehr erfolgreich.

Foto: Lars Larsson.

Wie haben Sie die Reise finanziert?
Die Expedition wurde finanziert von der National Geographic Society, einer der größten gemeinnützigen Organisationen, die Forschung und Bildung unterstützen. Ich bin sehr dankbar, dass wir mit dieser bedeutsamen Organisation arbeiten durften. Ohne sie wäre die Reise nicht möglich gewesen.

Foto: Lars Larsson.  Was sah Ihre Kochausrüstung aus?
Wir haben die Primus OmniLite Ti Kocher benutzt. Mit ihrem geringen Gewicht eignen sie sich ideal zum Bergsteigen. Darüber hinaus kann es in Ländern wie dem Iran schwierig sein, sauberen Brennstoff zu bekommen. Diese Kocher sind ideal dafür, da sie genauso gut mit dem unreinen iranischen Benzin funktionieren. Auf den Kochern haben wir hauptsächlich die Drei-Liter-Eta-Töpfe zum Schmelzen von Schnee verwendet, da wir uns von gefriergetrockneter Trekkernahrung ernährten.

Erfahren Sie mehr über das Sven-Hedin-Projekt auf dessen Website.

 
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