Der Höchste Berg Der Welt Wird Aufgeräumt

Das Bild, das viele Menschen vom Mount Everest haben, besteht aus blendend weißem Schnee, endloser Berglandschaft und unvergleichlichen Naturschönheiten. Aber sobald man dieser majestätischen Naturlandschaft näher kommt, sieht es weniger schön aus. Schon seit den ersten Expeditionen vor fast 100 Jahren haben Abenteurer Tonnen von Müll auf dem Berg hinterlassen.
 

Jedes Jahr strömen Zehntausende von Touristen in den Sagarmatha Nationalpark am Fuße des Mount Everest. Von Mitte März bis Ende Mai versuchen Hunderte von Bergsteigern, den Gipfel zu erreichen. Das führte im Laufe der Jahre zu Tonnen von Müll, die nun sowohl Bergsteiger als auch Touristen zu vertreiben drohen. Weiterhin führte der Klimawandel zum Schmelzen von Schnee und Eis, was jahrzehntelang versteckten alten Müll wieder zum Vorschein brachte. Aus diesen Gründen wurden nun die umfangreichen Aufräumarbeiten begonnen, um den Berg von Tausenden von Sauerstoffflaschen, Zelten, Kletterausrüstungen, Gasflaschen, Verpackungen und anderen Abfällen zu reinigen. Primus beteiligt sich an der Arbeit und unterstützt das Projekt auch finanziell.

Zehn Tonnen werden nach unten befördert

Die nepalesischen Behörden haben erkannt, dass die wichtigste Sehenswürdigkeit und Haupteinnahmequelle des Landes bedroht ist. Wongshu Sherpa, der in der Region gearbeitet und die Müllbedrohung im Laufe seines Lebens erlebt hat, ist einer der Initiatoren des Projekts Saving Mount Everest. Ein umfangreiches Reinigungsprojekt, bei dem die Regierung, Trekking-Organisationen und Unternehmen zusammenarbeiten. Im Frühjahr 2011 startete die bisher größte Säuberung des Berges. Die Höhenlage, die Unzugänglichkeit und die dünne Luft machten es unmöglich, die Abfälle zum Beispiel mit dem Helikopter talwärts zu befördern, also mussten Hunderte Sherpas insgesamt acht bis zehn Tonnen Müll sammeln und von 8.500 m hinunter zum Basislager auf 5.450 m schleppen. Dort wird der Abfall sortiert und entsorgt.

Auf lange Sicht

Parallel zu diesen Reinigungsvorhaben gibt es Pläne für eine Reihe von Abfall- und Recyclingstationen entlang der Wanderwege zum Mount-Everest-Basislager. Ziel ist es, ein komplettes Abfallsystem einzurichten und weitere Menschen vor Ort zu schulen, so dass sie in der Lage sind, biologisch abbaubare und wiederverwertbare Abfälle zu recyceln. Metalle, Kunststoffe und komplexere Abfälle werden nach Kathmandu befördert, wo sie verkauft werden können. In der zweiten Phase werden Nepals Schulen beginnen, Schüler in der Mülltrennung zu unterrichten, um eine langfristige positive Entwicklung zu schaffen. Ziel ist es, dass die Bergsteigergemeinschaft auf dem Mount Everest und der komplette Tourismus in der Region von der lokalen Bevölkerung auf eine ökologisch und ökonomisch nachhaltige Art und Weise verwaltet werden kann.

Die Ersten auf dem Gipfel

Im Jahr 1953 wurde der Mount Everest zum allerersten Mal von dem Neuseeländer Sir Edmund Hillary und dem Nepalesen Tenzing Norgay bezwungen. Zwischen damals und 1990 erreichten 300 Menschen den Gipfel. Mikael Reuterswärd und Oskar Kihlborg waren 1990 die ersten Schweden auf dem Gipfel. Im Jahr 1996 bestieg Göran Kropp den Berg ganz ohne künstlichen Sauerstoff, nachdem er zuvor den ganzen Weg aus Schweden mit dem Fahrrad gefahren war und darüber hinaus seine ganze Ausrüstung selbst mitbrachte. Die erste Schwedin, die den Mount Everest im Jahr 1999 bestieg, war Renata Chlumska.

In den letzten 20 Jahren haben über 4000 Menschen den Gipfel des Mount Everest erklommen, und es ist traurig, all den Abfall zu sehen, den die Expeditionen zurücklassen. Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt, und der Tourismus ist die wichtigste Einnahmequelle für die Bergbevölkerung des Landes. Deshalb ist es wichtig, ein nachhaltiges System für den Umgang mit dem Müllproblem zu finden. Die Anzahl der Bergsteiger steigt Jahr um Jahr, und für jede Person, die es auf den Gipfel schafft, ist eine umfassende Organisation von Personal und Ausrüstung notwendig. Die immer größer werdende Anzahl von Touristen auf dem Mount Everest und im Sagarmatha-Nationalpark droht eine Müllkippe zurückzulassen, sagt Tommy Gustafsson, der schwedische Initiator und Förderer des Projekts.

Zusammen mit Tommy Gustafsson, Wongshu Sherpa und alle anderen, die aktiv an dem Projekt mitarbeiten, will Primus sein Engagement und seine Unterstützung für Nepal demonstrieren, so dass das Land auch in der Zukunft ein attraktives Ziel für Abenteurer und Naturliebhaber bleibt.

Lesen Sie mehr auf der Saving Mount Everest Website..

Hätten Sie's gewusst?

Der Mount Everest ist der höchste Berg der Welt und liegt an der Grenze zwischen Nepal und China im Himalaya. Der nepalesische Name des Berges ist Sagarmatha und sein Gipfel liegt 8.848 m über dem Meeresspiegel.

Der Mount Everest wurde zum ersten Mal am 29.Mai 1953 von Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay bestiegen.

Die meisten Menschen, die die nepalesische Seite des Everest besuchen, fliegen zu dem Bergdorf Lukla und beginnen von dort aus ihre Wanderung zum Everest Basislager.

Der Weg zum Basislager dauert ca. acht bis zehn Tage ab Lukla und ist ein durchaus realistisches Ziel für geübte Wanderer. Das Basislager liegt 5.379 m über dem Meeresspiegel und von dort bis zum Gipfel befinden sich noch vier weitere Lager.

Der Berg hat zwei Hauptrouten, eine im Südosten und eine im Nordosten, und die meisten Aufstiege werden im Mai vorgenommen, bevor die Regenzeit einsetzt.

Während der Hochsaison , befinden sich rund tausend Menschen im Basislager, wo sich auch das höchste Krankenhaus der Welt befindet.

Wenn Sie den Mount Everest besteigen wollen, benötigen Sie eine Erlaubnis. Diese kostet 50.000 US-Dollar für sieben Bergsteiger. Darüber hinaus braucht man Geräte, Sherpa-Führer und andere Versorgungsgüter. Letztendlich belaufen sich die Kosten für eine Expedition auf rund 40.000 bis 60.000 US-Dollar pro Person, und es erfordert eine sorgfältige Planung Monate im Voraus.

Der Weg vom Basislager zum Gipfel ist sehr anspruchsvoll, und es dauert mehrere Wochen sich zu akklimatisieren. Um den Körper an die Höhe zu gewöhnen, muss man zunächst zum ersten Lager klettern, dort ein oder zwei Nächte verbringen und dann wieder zurück auf eine niedrigere Höhe absteigen. Nach ein paar Tagen wird das gleiche Verfahren mit dem zweiten Lager durchgeführt und so weiter. Bisher haben rund 3.000 Menschen fast 5.000 Besteigungen durchgeführt.

Die jüngste Person, die je den Mount Everest ibestiegen hat, ist der Amerikaner Jordan Romero, der 13 war, als er den Berg am 22. Mai 2010 bestieg. Der älteste ist der Nepalese Min Bahadur Sherchan, der 77 Jahre alt war, als er den Gipfel am 25. Mai 2008 erreichte.

Die erste Frau auf dem Mount Everest war die Japanerin Junko Tabei, die den Berg am 16. Mai 1975 bestieg.

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