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        Aimlessly - for a Reason


        Grethe Dullum

        Grethe wurde 1930 in Dänemark geboren und fing erst an, sich für die Natur zu interessieren, als sie 1964 nach Härjedalen in Schweden zog. Das Erkunden dieses neuen Ortes machte Lust auf mehr, und bald wurde jeder Tag zu einem Abenteuer im Wald, in den Bergen oder an den Seen in der Nähe, egal bei welchem Wetter oder zu welcher Jahreszeit. Es war, als hätte sie ihre Berufung gefunden – es gab so viel zu entdecken. Seitdem vergeht nicht ein Tag, den sie nicht in der Natur verbringt – heute etwas näher bei Ihrem Zuhause als früher.

        Wir haben den 5. Mai, und die Sonne kehrt zurück nach Schweden. Es war ein langer und dunkler Winter, da ich nicht so leben konnte, wie ich es normalerweise während des Winters gern tue. Meine Radtour zum Yoga und Spinning-Kurs im Fitnessstudio fiel weg, da das Fitnessstudio aufgrund von Covid schließen musste. Und nachdem ich letztes Jahr einen Genickbruch erlitten hatte, habe ich mich nicht getraut, so wie früher draußen Fahrrad zu fahren. Aber an diesem Datum habe ich meine treue Primus Vakuumflasche eingepackt, den Akku meines E-Bikes aufgeladen und bin endlich in die Wälder gefahren, um wieder meine liebe Nachtigall hören zu können. Der Frühling ist da. 

        Ich sitze also hier auf meiner Bank. Ich kann nicht mehr sehr gut sehen und mich nicht mehr so gut bewegen, aber die singenden Vögel, die sich brechenden Wellen und die rauschenden Baumwipfel schenken mir Ruhe. Der Duft von Frühlingsblumen, der Wind in meinem Haar und die Sonne auf meinem Gesicht – all das macht mich glücklich. Gefühle, die mich zurückbringen zu Erkundungstouren durch die Berge, als ich noch die aufgeregte „Arztfrau“ aus Dänemark war, die gemeinsam mit ihren beiden Doggen ziellos die Natur entdeckte. Sie liefen während unserer Abenteuer immer frei herum, nach dem Vorfall mit dem Bären nahm ich sie jedoch an die Leine. Ich werde dieses Brüllen niemals vergessen. Was für ein Geräusch – ich hatte solche Angst. Ich weiß nicht, ob es an meinen Hunden lag oder ob sie an mir nicht interessiert war, aber zum Glück drehte sie sich um und verschwand. 

        Ich gehe immer zu einem bestimmten Zweck auf meine Wanderungen: um neue Orte zu erkunden, bestimmte Blumen zu finden, Fisch zum Abendessen zu fangen, oder einfach, um etwas anderes zu erleben. Ich bleibe selten auf den Wegen, da ich immer schon gut darin war, mir bestimme Dinge zu merken. Zum Beispiel, wo die Sonne steht, bestimmte Formationen wie umgefallene Bäume oder bestimmte Felsen – so finde ich immer wieder zurück. Außer dieses eine Mal, als ich oben in den Hügeln nach Himbeeren suchte (aber sagt es bitte nicht weiter). Ich war über mehrere Anhöhen gegangen und durch einige Waldlichtungen gelaufen und fand schließlich jede Menge Himbeersträucher. Als ich mich dann umsah, dachte ich „Von wo bin ich eigentlich gekommen?“ Die ganze Gegend war sumpfig und alles sah gleich aus. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, also setzte ich mich auf einen Stein, nahm meine Primus Vakuumflasche, und plötzlich sah ich, während ich dort mit meinem Kaffee in der Hand saß, die Spiegelung der Sonne im Fenster meines Autos. Weit weg. Schnell packte ich alles ein und ging direkt zum Auto, durch Morast und Dickicht, sonst hätte ich mich wieder verlaufen.

        Ohne meine Thermoskanne hätte ich mich nicht auf diesen Stein gesetzt und hätte auch das Auto nicht gesehen. Nach diesem Tag nahm ich immer eine Vakuumflasche Kaffee mit, egal, wohin ich ging.



        Grethe Dullum

        Retired since long
        Schweden



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