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        Rahel Schelb`s Familienabenteuer


        Zwei Wochen zu Fuss durch den Himalaya


        Ganz still sitzt er da. Im Gras. In seinen Augen spiegelt sich das Feuer. Fasziniert beobachtet er, wie die Linsen im Topf brodeln. Es duftet nach fremdländischen Gewürzen. Ins Feuer schauen hat etwas Magisches. Und das scheint auch unser kleiner Junge mit seinen 16 Monaten zu spüren.


        W
        ir befinden uns auf gut 3000 Metern Höhe irgendwo im Himalaya in Nepal. Vor zehn Tagen sind wir als Familie zu Fuss aufgebrochen ins Unbekannte: Thomas, unser kleiner Junge Ben und ich. Am Rücken tragen wir alles, was wir für unser Abenteuer brauchen. Thomas bringt es fertig, durch minutiöse Packweise alles in den 70 Liter Rucksack an seinem Rücken zu kriegen, ich trage Ben am Rücken, an der Trage einen kleinen Rucksack angehängt mit Krimskrams, der nicht mehr im grossen Rucksack Platz hatte. Wir haben alles dabei, was wir brauchen: Zelt, Schlafsäcke, Matten, Windeln, Töpfe – eigentlich braucht es so wenig zum glücklich sein.


        Seit wir losgelaufen sind, haben wir keinen einzigen Touristen gekreuzt. Und das sollte auch bis zum Ende unseres Abenteuers so bleiben. Bewusst haben wir eine Strecke gewählt, die abseits der bekannten Trekkingwege liegt. Auf unserer Strecke liegen in regelmässigen Abständen Dörfer, in denen wir hoffen, den Einheimischen Reis und Linsen abkaufen zu können, um unser tägliches Dal bhat – das nepalesische Hauptgericht – zu kochen.

         
         
         
         
         
         

        "Ich gebe zu: Ich war ziemlich nervös vor unserer Reise…"


        U
        m auf die Bedürfnisse von Ben eingehen zu können, hatten wir zu unserem Plan immer noch eine Variante B oder C. Aber ich gebe zu: Ich war ziemlich nervös vor unserer Reise. Ist unser Plan wirklich so toll, wie wir das zuhause auf dem Sofa das Gefühl haben? Überschätzen wir uns? Überfordern wir Ben mit seinen knapp anderthalb Jahren? Was, wenn es plötzlich nicht mehr im grünen Bereich läuft? Mag Ben jeden Tag Stunden in seiner Trage verbringen? Wie verträgt er die Hitze, die Kälte, die Höhe? Ist es naiv, zu glauben, wir könnten so auf uns gestellt, ohne Träger und ohne Guide einfach selber im Nirgendwo unterwegs sein? Fragen über Fragen. Und ich wusste: Die Antworten darauf finden wir nur, wenn wir es versuchen. Wochenlang haben wir recherchiert, geplant, abgewägt, Packlisten gemacht, Pläne geschmiedet und verworfen. Für uns war klar, dass Ben an erster Stelle kommt: Ist es ihm in irgendeiner Weise nicht wohl, brechen wir das Projekt ab.


         
         
        Schlussendlich war Ben derjenige, der unser Abenteuer am lockersten wegsteckte. Er war glücklich. Glücklich über die intensive Zeit zu dritt, über all die Tiere, denen wir unterwegs begegneten, über das Draussen sein. Auch wenn die Tage selten nach Plan verliefen: Ihn kümmerte es nicht, dass wir häufig unsere Route anpassen mussten, weil die Karte fehlerhaft war. Oder wenn das nasse Holz nicht brennen wollte, da es immer mal regnete. Doch wenn wir dann nach einem anstrengenden Tag die Rucksäcke ablegten und mit Ben loszogen um die Gegend zu erforschen, waren all die Sorgen auch für uns schnell vergessen.

         

        "Ich spüre wie eine Welle des Glücks hochsteigt in mir…"


        Nach einem Tag zu Fuss folgt das täglich wiederkehrende Ritual: einen Platz finden für unser Nachtlager. Eine Wasserquelle suchen. Unser Zelt aufstellen. Und dann geht es ans Holz suchen, Feuer machen, kochen. Der Moment, wenn wir den ersten Bissen geniessen können: unschlagbar.


        Die mächtigen Berge am Horizont verstecken sich hinter den Wolken, langsam hält die Dämmerung Einzug. Wir strecken die müden Beine aus, in der Hand einen heissen Tee, Ben sein Fläschchen. Nur das Knacken des Feuers durchbricht die Stille. Ich schaue unserem Jungen zu, wie er ruhig zwischen uns sitzt. Müde ist er, von einem weiteren Tag unterwegs in einem wunderschönen Land. In dem Moment fühlt sich alles genau richtig an. Dass wir es gewagt haben, dass wir losgezogen sind, dass wir jetzt hier sind. Und ich spüre wie eine Welle des Glücks hochsteigt in mir.

         
         

         
         

         
         

        Ganesh Himalaya in Nepal, April 2018.

         
         

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